Beim Reiten sollte immer die Gesunderhaltung des Pferdes im Vordergrund stehen. Dabei sind nicht die Reitweise oder die Ausrüstung, sondern die individuellen anatomischen Voraussetzungen des Pferdes entscheidend dafür, wie es geritten und gymnastiziert werden muss. Jedes Training sollte zu einem durchlässigen, ausbalancierten und zufriedenen Pferd führen, das taktrein geht, frei über den Rücken schwingt und sich selbst gut trägt.  Es ist wichtig, dass der Reiter versteht, welche Übungen zu welchem Zweck dienen und wo das Training hinführen soll.

Eine gute Verständigung und die richtige Einschätzung des Pferdes sind gerade beim Reiten besonders wichtig. Anders als bei der Bodenarbeit sehen wir nicht mehr, was vor oder neben uns passiert, sondern müssen es fühlen. Deshalb sollten Pferd und Mensch vor dem Reiten schon ein gutes Team sein. Für ein harmonisches Miteinander muss das Pferd die Hilfen verstehen und der Reiter lernen, wie und warum er welche Hilfen einsetzt.

Um unser Pferd mental und körperlich fit zu halten und zu fördern, ist es notwendig, uns Wissen anzueignen und an uns zu arbeiten. Wir brauchen einen ausbalancierten, zügelunabhängigen Sitz und müssen unser Pferd gymnastizieren. Dafür benötigen wir ein gutes Verständnis für das Zusammenspiel von Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen und Kenntnisse über Ausrüstung, Bewegungsabläufe und Anatomie des Pferdes.

Psychische Losgelassenheit führt zu physischer Losgelassenheit und umgekehrt

Ein Pferd, das überfordert ist oder uns nicht versteht, hat Stress und ist psychisch nicht losgelassen. Dadurch wird es körperlich immer angespannter und kommt nicht mehr zur physischen Losgelassenheit.

Pferde, die durch unsachgemäße Anwendung der Hilfen, nicht passende Ausrüstung oder einen nicht ausbalancierten Sitz des Reiters Probleme oder sogar Schmerzen haben, sind physisch nicht losgelassen und geraten dadurch immer mehr in psychische Dysbalance und Stress.

Gute Pferdeausbildung beinhaltet deshalb immer die Einbeziehung des Besitzers, um aus ihm und seinem Pferd ein gutes Team zu machen. Der Pferdebesitzer sollte sich unter Anleitung einzelne Ausbildungsschritte selbst erarbeiten oder diese zumindest miterleben und lernen, Probleme selbständig zu lösen. Er braucht Unterstützung bei der Wahl der richtigen Ausrüstung, die in erster Linie dem Pferd passen muss. Da allerdings der Sattel maßgeblich den Sitz des Reiters beeinflussen kann, muss hier unbedingt auch die Anatomie des Reiters mit berücksichtigt werden.

Reiten soll Spaß machen und Spaß kann es doch nur machen, wenn ich fühlen kann, dass es meinem Pferd bei allem was ich tue gut geht, es motiviert und zufrieden ist. Darum bilden Sie sich weiter, arbeiten Sie an Ihrer Balance und verfeinern Sie Ihre Hilfengebung – für mehr Harmonie zwischen Ihnen und Ihrem Pferd.

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